Natürlich, die Gastfreundlichkeit der Portugiesen und die Aromen der Landesküche sind nicht zu unterschätzen, doch es ist Portugals Natur, die der eigentliche Hauptdarsteller ist. Hier sind einige der besten Arten und Weisen, das Festland und die Inseln zu erleben, beim Wandern, Canyoning, per Gleitschirm, auf dem Bike oder auf dem Green.

Wandern auf der Rota Vicentina

Man kann ihr Herz mit einer Wanderung erwärmen? Eine der besten Routen ist die Rota Vicentina, entlang der Westküste der Algarve und des Alentejo zum Cabo de São Vicente. Der caminho historico (historischer Weg) führt auf 230 Kilometern von Santiago do Cacém durch das Landesinnere und kann auch per Fahrrad bewältigt werden. Die kürzere Strecke ist der trilho dos pescadores (Fischerpfad) entlang der Meeresküste und ist aufgrund seiner höheren Anforderungsstufe nur für fußläufige Abenteuer gut. Die Etappen sind ca. 25 Kilometer lang und bieten genug Zeit, um völlig in die Landschaft einzutauchen. Wer weniger Zeit hat, macht einen Tagestrip auf einem der Rundwege, z.B. bei Carrapateira, wo der Strand von Bordeira lockt.
©Foto: VisitAzores

Gleitschirmfliegen auf den Azoren

Die Azoren wurden 2020 als Europas führendes Reiseziel für Abenteuertourismus ausgezeichnet und es ist leicht zu sehen, wieso. Die neun Inseln sind nicht nur was Tauchen und Surfen angeht Weltklasse. Auch an Land haben sie es mit üppiger Natur, gut ausgebauten Wanderwegen und Kraterseen in sich. Noch besser sieht man es im Gleitschirmflug, in Vogelperspektive über Strände und Steilhänge der Küsten oder im Überlandflug über die Vulkankrater von Furnas, den berühmten Lagoa de Fogo und die Sete Cidades auf São Miguel. Für Anfänger eignen sich Flüge auf Santa Maria, doch auch Terceira gilt mit ihrem Ausblick auf die blaue Weite als eine der Top-Inseln für Gleitschirmflüge.

Canyoning auf Madeira

Beim Canyoning geht es darum, einen engen Wasserlauf hautnah zu erfahren. Dabei seilen Sie sich flussabwärts ab, gleich neben imposanten Wasserfällen (bis zu 120 m), klettern, springen, rutschen, paddeln und schwimmen, überwinden Hindernisse und lassen sich vom Adrenalin überwältigen. In den Sommermonaten sind die Flüsse an den Nordhängen wie der Ribeiro Frio besser für Canyoning geeignet, da sie mehr Wasser führen. Sie zögern? Der Nervenkitzel beim Abseilen aus der Höhe, das Erfolgserlebnis des Überwindens schwieriger Stellen und die fast religiöse Unmittelbarkeit der Natur werden dieses Erlebnis unvergesslich gestalten.

Radtour auf der Ecovia do Litoral

Von Osten nach Westen durchquert die Ecovia do Litoral auf 214 Kilometern die Algarve, vom äußersten Punkt Europas, dem Cabo de São Vicente zu Vila Real de Santo António. Die Steilküsten bei Sagres, die auf den offenen Ozean blicken, bilden den Startpunkt der Route, die Sie nach einem Abstecher im Inland nach Lagos führt. In der zweiten Etappe durchqueren Sie die Lagunen von Ria de Alvor und treffen im dritten Wegabschnitt auf Städte wie Albufeira und Faro. Bei Faro wartet mit dem Naturpark Ria Formosa ein Naturwunder Portugals, ein Schutzgebiet aus Barriere- und Halbinseln und einer großen Artenvielfalt. Mit Tavira, Stadt der 37 Kirchen und den Stränden von Alagoa oder Manta Rota kommt die Tour zum Abschluss - tauschen Sie Ihr Fahrrad gegen eine Badehose.

Serra da Estrela

Das “Stern-Gebirge” im Osten Zentralportugals ist mit dem Torre (1993 m) das höchste Gebirge des portugiesischen Festlandes und als Naturpark geschützt. Auf einem Streckennetz von 375 Kilometern können Sie die großen Flüsse Portugals entlang wandern, umgeben von tiefgrünen Tälern und weidenden Schafherden. Auf der “Rota das 25 Lagoas” gehen Sie den erfrischenden 25 Seen auf den Grund und im Winter könnten Sie in der Serra da Estrela sogar Ihre Skier mitnehmen - am Torre liegt das einzige Skigebiet Portugals. Oder Sie erheben sich in die Lüfte, mit einem Gleitschirm über Linhares da Beira?

Golfspielen um Lissabon

Für Golfurlaub ist die Gegend um Lissabon aufgrund des milden Klimas und der Landschaften nahezu perfekt und wurde bereits zweifach als bestes Golf-Reiseziel Europas ausgezeichnet. Anspruchsvolle Architekten designten die Plätze südlich von Lissabon, so wie den Quinta do Peru Golf Course mit dem Gebirge Serra da Arrábida als Hintergrundkulisse. Westlich von Lissabon, am historischen Estoril Golf Course können Sie Ballesteros nacheifern und Ihre Technik auf dem Platz, der sich durch Höhenunterschiede auszeichnet, unter Beweis stellen. Weiter Richtung Sintra, am Fuß des Gebirges liegt der Pestana Beloura Golfplatz, den Rocky Roquemore mit mehr als 40.000 Bäumen verziert hat - wenn das kein Naturerlebnis ist, dann wissen wir auch nicht mehr.