Ich bin Siri, begeisterte Globetrotterin, und arbeite im Marketingteam von Secret Escapes.
Immer auf der Suche nach Reisezielen, die sich noch ein wenig ursprünglicher und weniger überlaufen anfühlen, stand Taiwan schon länger auf meiner Reiseliste. Je mehr ich über die Insel las, desto klarer wurde mir: Da muss ich hin. Und schon nach den ersten Tagen war mir bewusst, dass Taiwan genau diese besondere Mischung besitzt, die mich beim Reisen begeistert: spektakuläre Natur, faszinierende Kultur, großartiges Essen und Menschen, die einem mit unglaublicher Herzlichkeit und Offenheit begegnen.
zwischen Tempeln, Wolkenkratzern und entspanntem Großstadtgefühl
Taipeh hat mich sofort begeistert, weil sich die Stadt trotz ihrer Größe überraschend entspannt anfühlt. Besonders das Viertel Da'an hatte für mich einen tollen Vibe: kleine Cafés, grüne Straßen, junge Leute und gleichzeitig traditionelle Tempel zwischen modernen Gebäuden. Genau dieses Nebeneinander von alt und neu macht die Stadt so spannend. Besonders beeindruckt hat mich der Dalongdong Baoan Tempel mit seinen unglaublich detailreichen Schnitzereien und der ruhigen Atmosphäre mitten in der Großstadt. Ein absolutes Highlight war außerdem die Wanderung auf den Elephant Mountain. Der kurze Aufstieg lohnt sich komplett, denn oben eröffnet sich einer der schönsten Blicke auf den Taipei 101 und die gesamte Skyline – besonders kurz vor Sonnenuntergang einfach magisch.
friedliche Momente mit unglaublichen Ausblicken
Der Sun Moon Lake war für mich einer dieser Orte, die sofort eine besondere Ruhe ausstrahlen. Am meisten beeindruckt hat mich die Ci’en-Pagode, die hoch über dem See liegt. Der Ausblick von dort oben war einfach unglaublich – dichter Wald, Berge und der tiefblaue See unter uns. Das Schönste daran war aber die Atmosphäre: In vielen anderen Teilen Asiens hätte man hier vermutlich Souvenirstände und große Touristengruppen gefunden, doch während unseres Besuchs war es fast vollkommen still und idyllisch. Auch die Fahrradtour entlang des Sees bleibt mir in Erinnerung. Immer wieder eröffnen sich neue Perspektiven auf das Wasser, kleine Tempel und bewaldete Hügel.
Wolkenmeere, Teeplantagen und unglaubliche Gastfreundschaft
Die Region Alishan hat mich emotional wahrscheinlich am meisten berührt. Schon allein der Sonnenaufgang war spektakulär – langsam tauchten die ersten Sonnenstrahlen die Berge in warmes Licht, während unter uns die berühmten Wolkenmeere vorbeizogen. Besonders schön war auch die Wanderung auf dem Eryanping Trail, der sich durch Teeplantagen und sanfte Hügel zieht. Unterwegs kamen wir mit einem älteren taiwanesischen Paar ins Gespräch. Am Ende luden sie uns spontan zu einem Freund ein, der Oolong-Tee anbaut. Dort erlebten wir eine traditionelle Teezeremonie, probierten selbstgemachtes Gebäck aus Teeblättern und schließlich kochte die Familie sogar für uns. Diese Herzlichkeit und Selbstverständlichkeit, mit der wir aufgenommen wurden, hat mich tief beeindruckt und gehört zu meinen schönsten Reiseerinnerungen überhaupt.
eine Wanderung entlang Taiwans Eisenbahngeschichte
Eine ganz besondere Wanderung war für mich die Strecke entlang der historischen Mianyue Line in den Bergen Alishans. Die ehemalige Schmalspurbahn wurde ursprünglich während der japanischen Kolonialzeit gebaut, um riesige Zedern aus den Bergwäldern zu transportieren. Heute verläuft dort eine spektakuläre Bahntrassenwanderung über alte Brücken, durch dunkle Tunnel und entlang steiler Berghänge. Leider konnten wir nicht die komplette Strecke laufen, weil ab einem bestimmten Abschnitt ein offizielles Permit notwendig ist. Trotzdem war schon der erste Teil absolut beeindruckend. Die Mischung aus dichter Natur, verlassener Eisenbahninfrastruktur und den ständig wechselnden Ausblicken machte die Wanderung einzigartig.
Taiwans alte Seele und unfassbar gutes Essen
Tainan, die ehemalige Hauptstadt Taiwans, gilt nicht ohne Grund als kulinarische Hauptstadt des Landes. Schon nach den ersten Stunden konnten wir absolut nachvollziehen, warum: Gefühlt an jeder Ecke gab es kleine Garküchen, Nachtmärkte oder winzige Restaurants mit fantastischem Essen, oft Familienbetriebe, die ihre Spezialitäten seit Generationen zubereiten. Gleichzeitig steckt die Stadt voller Geschichte. Besonders gefallen hat mir der Konfuziustempel, der eine sehr ruhige und fast meditative Atmosphäre ausstrahlt. Ein weiterer Ort, der mir besonders in Erinnerung geblieben ist, war das Anping Tree House. Dort haben sich riesige Banyanbäume das ehemalige Lagerhaus komplett zurückerobert – Wurzeln wachsen durch Mauern und Fenster, sodass Natur und Architektur beinahe miteinander verschmelzen.
Kunst, Tempel und kreative Energie
Kaohsiung hat mich vor allem durch seine kreative und moderne Seite überrascht. Überall in der Stadt entdeckt man Kunstinstallationen, Wandgemälde und moderne Architektur. Besonders spannend fand ich das Pier-2 Art Center, ein ehemaliges Hafengebiet, das heute voller Galerien, Street Art und kreativer Projekte steckt. Auch das sogenannte Street Art Village hat mir sehr gefallen – ursprünglich bemalte ein ehemaliger Soldat dort aus Freude die Häuser seiner Nachbarschaft, bevor das Viertel international bekannt wurde und zu einem Symbol für kreative Stadtentwicklung wurde. Gleichzeitig hat Kaohsiung wunderschöne Tempelanlagen. Besonders eindrucksvoll waren die Dragon and Tiger Pagodas am Lotus Pond. Der traditionelle Glaube besagt, dass man durch den Drachen hineingehen und durch den Tiger wieder hinausgehen soll, um Glück zu bringen.
Taiwans tropisches Strand- und Naturparadies
Vor der Reise hätte ich ehrlich gesagt nie gedacht, dass Taiwan auch perfektes Strandfeeling bieten kann. Genau deshalb hat mich Kenting so überrascht. Türkisblaues Wasser, tropisches Klima und entspannte Atmosphäre – fast eher Südostasien als das Taiwan, das ich erwartet hatte. Neben den Stränden hat mir besonders die Wanderung durch den Kenting National Forest gefallen. Der Wald wirkt fast urzeitlich, mit riesigen Wurzeln, Kalksteinformationen und dichter Vegetation. Unterwegs konnten wir sogar Taiwanmakaken beobachten, die einzigen auf Taiwan heimischen Affen. Sie saßen entspannt am Wegesrand oder sprangen durch die Bäume.
Geschichte, heiße Quellen und Inselgefühl
Green Island war für mich einer der faszinierendsten Orte der gesamten Reise. Die kleine vulkanische Insel ist unglaublich grün, genau so, wie ihr Name vermuten lässt. Gleichzeitig hat sie eine schwere historische Bedeutung. Der Besuch des White Terror Memorial Parks war bedrückend, aber unglaublich wichtig, um Taiwans Geschichte besser zu verstehen. Während der Zeit des sogenannten „Weißen Terrors“ wurden hier politische Gefangene inhaftiert. Neben dieser bewegenden Geschichte bietet die Insel aber auch wunderschöne Natur. Beim Schnorcheln habe ich eine überraschend farbenfrohe Unterwasserwelt entdeckt, mit klaren Gewässern, Korallen und vielen kleinen Fischen direkt vor der Küste. Wir mieteten einen Roller und umrundeten die gesamte Insel, hielten an besonderen Naturschauplätzen entlang der Küste und begegneten immer wieder freundlichen Einheimischen. Besonders schön waren die Asahi Hot Springs, eine von weltweit nur drei bekannten Salzwasser-Thermalquellen, sowie der Spaziergang entlang der Little Great Wall mit fantastischen Blicken auf die Küste.
Taiwan hat meine Erwartungen tatsächlich noch übertroffen. Die Insel vereint spektakuläre Natur, spannende Geschichte, großartiges Essen und moderne Städte auf eine Weise, die ich so selten erlebt habe. Vor allem aber bleiben mir die Menschen in Erinnerung – ihre ehrliche Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft haben diese Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht. Ich kann Taiwan wirklich jedem ans Herz legen, der ein ganz besonderes Reiseerlebnis sucht und gerne Orte entdeckt, die sich noch ein wenig wie ein Geheimtipp anfühlen.