Dass Italiens Küche viel mehr ausmacht als Pizza und Pasta ist kein Geheimnis. Jede Region rühmt sich ihrer Produkte mit geschützter Ursprungsbezeichnung, sei es Käse, Schinken oder Trüffel. Nachhaltiger Tourismus lässt sich hier bestens mit der Erkundung der lokalen Küchen kombinieren - hier einige Ideen dazu.

Schlemmerrouten

Sentieri del Gusto, die Schlemmerrouten gibt es in jeder italienischen Gegend, perfekt für den turismo slow, einen nachhaltigen, langsamen Tourismus, um dem Land, den Leuten und ihrer Küche näher zu kommen. Probieren Sie sich an der Käsestraße der Dolomiten durch mehr als 70 Betriebe und lernen etwas über die Käseherstellung. Um mehr über das flüssige Gold Italiens herauszufinden, bietet sich die Strada dell’Olio in Ligurien an, wo in Borgomaro seit den 40er Jahren Olivenöl extra virgine produziert wird. Im Herzen Friaul Julisch-Venetiens können Sie den Geheimnissen des San Daniele Schinkens nachspüren, Stück für Stück, Kilometer für Kilometer.

Weinstraßen

Rund 150 Weinstraßen führen von Nord nach Süd durch die Anbaugebiete Italiens. Ein High­light ist die Prosecco­straße in Venetien, die sich durch malerische Wein­berge windet, vorbei an Burgen und Klöstern, mit vielen Gelegenheiten, unterwegs verschiedene Schaumwein­sorten zu probieren. In der Toskana können Sie das Gebiet des Chianti bereisen, von Florenz bis nach Siena. Verlockend klingt auch die Weinstraße, die auf Sizilien rund um den Ätna führt. Schwarze Lavafelder und Weinhänge wechseln sich mit Dörfchen ab, der fruchtbare Boden lässt gehaltvolle Trauben des Prädikat­weines Etna DOP reifen.

Sagre: Kulinarische Feste

Im Herbst haben Genießer die Chance, im Rahmen von Sagre, den kulinarischen Festen, saisonale Produkte zu probieren. Zur Erntezeit öffnen viele Weinkeller ihre Türen für Liebhaber, die die Lese miterleben möchten. Seit Jahren erfreut sich das Muschelfest in Lignano großer Beliebtheit - hier kommen Schwertmuscheln, Venusmuscheln, Sardinen oder Tintenfisch auf den Tisch. Besonders sind die Trüffelmärkte in San Miniato bei Pisa und Alba im Piemont, wo sich im November alles um die edlen Pilze dreht. Viele weitere Gründe also, um Italien im Herbst auf Ihren Reiseplan zu schreiben.

Slow Tourism

Entschleunigtes Reisen ist im Trend und ein ursprünglicher, authentischer Kontakt zu Natur und Menschen ist in Italien immer wichtiger. Der Touring Club Italiano vergibt seit 20 Jahren die ‘Bandiera Arancione’, um kleine Borghi im Hinterland, die einen Beitrag zum sanften Tourismus leisten, auszuzeichnen. Beim Aufenthalt in Agriturismo-Unterkünften übernachten Sie auf Landsitzen und Weingütern in idyllischer Umgebung, nehmen an Food Tours teil und kosten das Aroma des echten Italiens, direkt dort, wo all die köstlichen Lebensmittel ihren Ursprung finden.